Blindenhunde im Flugzeug: Rechte und Sonderverfahren
Blindenhunde im Flugzeug: Rechte und Sonderverfahren

Blindenhunde im Flugzeug: Rechte und Sonderverfahren

Die Verordnung (EG) 1107/2006 garantiert Fluggästen mit Behinderungen das Recht, in der Kabine mit ihrem Führungshund zu reisen, kostenlos und ohne Transportbox, unabhängig vom Gewicht des Tieres — aber nur mit Vorankündigung bei der Fluggesellschaft und ordnungsgemäßem Schulungszertifikat.

Keine Transportbox, kein Gewichtslimit

Im Gegensatz zu gewöhnlichen Haustieren reist der Führungshund liegend zu Füßen des Fluggastes, normalerweise in Reihen mit mehr Platz. Allerdings ist ein Schulungszertifikat erforderlich, ausgestellt von einem anerkannten Zentrum (in Italien und Europa sind die häufigsten Referenzen Assistance Dogs International, ADI, und International Guide Dog Federation, IGDF), das bestätigt, dass der Hund an belebte und laute öffentliche Umgebungen gewöhnt ist.

Vorankündigung und vorzulegende Dokumente

Die europäische Verordnung gibt einzelnen Fluggesellschaften das Recht, eine Vorankündigung zu verlangen: ITA Airways beispielsweise verlangt mindestens 48 Stunden vor dem Abflug, um den Service nach Überprüfung der Unterlagen zu bestätigen. Zusätzlich zum Schulungszertifikat sind immer noch Standard-Gesundheitsdokumente des Tieres erforderlich (Heimtierpass und aktuelle Tollwutimpfung), besonders bei internationalen Flügen. Genaue Zeitvorgaben sollten immer mit der gewählten Fluggesellschaft überprüft werden, da sie nicht einheitlich sind: siehe auch unseren Leitfaden zum Thema was vor der Buchung eines Tieres in der Kabine zu überprüfen ist.

An Bord: Leine, Weste und kostenlose Unterstützung

Während des Fluges muss der Hund angeleint bleiben und eine Erkennungsweste tragen, um die Sicherheit anderer Fluggäste und der Besatzung zu gewährleisten. Die Vorschriften verpflichten Fluggesellschaften auch, kostenlose Unterstützung bei Sicherheitskontrollen und beim Einsteigen für diejenigen zur Verfügung zu stellen, die mit einem Führungshund reisen.

Der hilfreichste Rat ist, die Fluggesellschaft gleich nach der Buchung zu kontaktieren, nicht wenige Tage vor dem Flug: Die Bestätigung des Führungshund-Transports erfordert die Überprüfung des Zertifikats und der Gesundheitsdokumente, und eine verspätete Ankündigung kann das Einsteigen erschweren oder verhindern.

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